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Registrierungsdatum: 9. Juli 2006

1

Donnerstag, 8. Januar 2009, 09:15

So einfach ist der ÖPNV zu benutzen!

Wie gut und einfach der ÖPNV in unserer Region funktioniert zeigt folgende Fahrt von Braunschweig nach Torfhaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Bahnverbindung BS - Bad Harzburg funktioniert nur alle zwei Stunden ohne Umsteigen. Vor dem Fahrplanwechsel wurde die Verbindung zum einstündigen Takt durch Umstieg mit sehr kurzer Wartezeit in Vienenburg ergänzt. Der Anschluß in Vienenburg ist nun entfallen und man kommt die anderen 2 Stunden nur über Goslar nach Bad Harzburg.
Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

BS ab 9:08
GS an 9:54
GS ab 9:59
Bad Harzb. an 10:09

oder

BS ab 9:04
SZ-Ring. an 9:24
SZ-Ring. ab 9:44
Bad Harzb. an 10:09

Über Ringelheim sind es zwar 4 Min. mehr Fahrzeit, dafür sollten aber 20 Min. auch bei Verspätungen zum Umsteigen reichen.
Diese Verschlechterung der Zugverbindungen von BS nach Bad Harzburg zeigt wie ernst es dem ZGB mit der RegioStadtBahn nach Bad Harzburg ist. Die lassen sich von ihrem frei gewählten Monopollieferanten jeden untauglichen Fahrplan verkaufen.

Also wollte ich um 9:04 am Hbf. sein. Um 8:40 an die Bushaltestelle Gliesmaroder Straße gestellt und den nächsten Bus genommen, M16 bis Jasperallee.
Da ich eine Monatskarte für Zone 40 habe, bestellte ich beim Fahrer ein Anschlussticket PS3, um nach Torfhaus fahren zu können. Der arme Fahrer kann aber nicht einfach "PS3" in seinen tollen Fahrscheincomputer eingeben. Das Ding will unbedingt eine Einstiegszone wissen. Also nenne ich dem Fahrer die Wegstrecke und der tippt die Wolfenbütteler Zone ein und will 7.10 Euro haben. Das ist aber PS4! Um die Abfahrt des Busses nicht weiter zu verzögern, breche ich den Kauf ab und entschließe mich, dass Ticket einfach am Hbf. zu lösen.

Umstieg in die M11 an der Jasperallee. Der Bus fährt los. "Der Herr, der in der Mitte eingestiegen ist kommt bitte nach vorne." Tut er auch, erzählt dem Fahrer Geschichten und zeigt nur abgelaufene Fahrscheine vor. An der Kastanienallee verlangt der Fahrer den Perso und droht nach Weigerung mit der Polizei. Nun sehen diverse Fahrgäste ihre Zuganschlüsse in Gefahr. Nach einiger Zeit beugt der Fahrer sich dem Druck der Fahrgäste und läßt den Schwarzfahrer aussteigen.

Der Automat am Hbf. kann auch nicht einfach PS3 verkaufen, also löse ich einfach ein Ticket BS-Börßum. Das ist PS3 und gilt in Ergänzung mit der Monatskarte (Extra-Abo) bis Torfhaus. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Die Züge um 9:08 (nach Goslar) und um 9:04 (nach Ringelheim) fahren beide von Gleis 4 ab. Das führt dazu, dass einige Fahrgäste nach Abfahrt des Zugs um 9:04 feststellen, dass es der falsche Zug ist. Da diese Herrschaften aber alle nach Bad Harzburg möchten, kann ich sie beruhigen und auf den Umstieg in Ringelheim hinweisen.

Die Ankunft in Ringelheim ist pünklich. Die Abfahrt des Wackeldackels (BR612) nach Bad Harzburg verzögert sich um 10 Min. Na gut, schließlich ist es knackekalt. Weitere 5 Min. verzögert sich die Weiterfahrt, weil unterweg die Technik der BÜs eingefroren ist und der Fahrer zur Betätigung eines Schlüsselschalters aussteigen muss.
Bei der Gelegenheit bitte ich ihn, meinen Busanschluss in Bad Harzburg sicherzustellen. Er verweist mich auf den Zugabegleiter. Diesen finde ich aber auch nach zweimaligen Absuchen nicht. Nach Hinweisen eines Fahrgastes soll er sich im durch Gardinen gesicherten rückwärtigen Fahrerstand aufhalten. Er öffnet erst nach mehrmaligem Klopfen. Ich habe ihn wohl geweckt. Er sagt, das er keine Verbindung zu dem Bus hat. Auf meinen Hinweis hin, dass es in Bad Harzburg eine vorbildliche Anschlusssicherung durch den örtlichen Fahrtdienstleiter gibt, greift er zum Mobiltelefon und kommt meiner Bitte nach.
Mit Erfolg, der Bus wartet. Wäre er pünklich abgefahren, hätten nur ein oder zwei Leute darin gesessen. Jetzt erreichen aber alle umsteigewilligen Fahrgäste aus der Kippelkiste ihren Anschlussbus, so dass dieser maximal gefüllt ist.

Das ist noch einmal gutgegangen.
Aber warum machen der ZGB und die Verkehrsunternehmen es den Bürgern so kompliziert?
- Nur noch alle zwei Stunden eine gute Verbindung nach Bad Harzburg
- Keine einfache Möglichkeit, VRB-Anschlussfahrausweise zu lösen
- Warum versteckt sich ein Servicemitarbeiter?

Auch nach 10 Jahren ist der VRB noch Lichtjahre von einem richtigen Verkehrsverbund entfernt.

Viele Grüße
von
Marcus

Nachtrag: Dass sich der ZGB mit unzulänglichen Fahrplänen zufrieden gibt hat Tradition:
Auf der Rücktour nach BS bin ich aus Vienenburg um 17:34 am Hbf angekommen. Und um 17:33 ist der Zug nach Gifhorn abgefahren. Dieser Nichtanschluss existiert schon seit Jahren so. Wie will der ZGB die RSB stemmen, wenn er schon so lange keinen vernünftigen Anschluss auf der künftigen RSB-Linie Bad Harzburg - Gifhorn hinbekommt?

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2006

2

Donnerstag, 8. Januar 2009, 11:02

nur noch alle 2 Std. nach Bad Harzburg

Hallo,

auch ich konnte es neulich nicht fassen, dass nur noch alle zwei Stunden eine akzeptable Verbindung zw. Braunschweig, Wolfenbüttel und Bad Harzburg besteht. Die Züge verpassen sich in Vienenburg um 3-4 Minuten. Super. Liegt das ggf. an den nicht ausreichenden Gleisen in Vienenburg? Hat die DB da was zurückgebaut, also wegoptimiert? Immerhin gibt es ja zwischendurch die anderen Möglichkeiten, sich doch nach Bad Harzburg durchzuschlagen. Aber das ist nur was für Profis und nichts für die Normal- oder Spontanfahrgäste, die mal eben in den Harz fahren wollen. Fuhren nicht mal ein paar Jahre die Züge auf der KBS 353 von Braunschweig nach Bad Harzburg im reinen Stundentakt? Dieser Hinketakt ist ja grausam.

Mit der RSB hat das jedoch wenig zu tun, denn die soll ja in einem reinen Takt nach Bad Harzburg fahren. Es sei denn, man findet jetzt in der Verkehrskompetenzregion Gefallen an solchen Hinketakten wie auf der 443, alle 15/15/30- Minuten, mal hierhin, mal dahin, was solls.

Gruß aus Kassel

Registrierungsdatum: 9. Juli 2006

3

Donnerstag, 8. Januar 2009, 11:49

RE: nur noch alle 2 Std. nach Bad Harzburg

Mit der RSB hat das jedoch wenig zu tun, denn die soll ja in einem reinen Takt nach Bad Harzburg fahren.


Doch!
Die RSB soll angeblich den ÖPNV in der Region verbessern. Aber wenn das wirklich gewollt ist, dann sollte der ZGB dass schon jetzt tun und nicht erst zum St.-Nimmerleinstag (= Inbetriebnahme RSB).
Aber was macht der ZGB? Läßt sich von der DBAG so einen Fahrplan andrehen. (siehe auch meinen Nachtrag im ersten Beitrag)
Daraus schließe ich, dass der ZGB nicht wirklich an der Verbesserung des ÖPNVs interessiert ist. Weiterhin folgt daraus, dass die RSB nur ein Prestigeprojekt für den ZGB zur Selbsbeweihräucherung ist. Daher dauern auch die Planungen so lange. Die Planer ergötzen sich an ihren Visionen, setzen sie aber nicht um.

Schade!

Die Züge verpassen sich in Vienenburg um 3-4 Minuten. Super. Liegt das ggf. an den nicht ausreichenden Gleisen in Vienenburg?


Nein, die Kippelkistenverbindung Halle - Hannover ist durch Streckenausbau bescheunigt worden. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (ist eben besser drauf als der ZGB/VRB) hat auf die Anschlüsse in Halle bestanden. Daduch haben sich die Abfahrtzeiten im ZGB-Land so verschoben, dass alle Anschlüsse bei uns und auch für Reisende aus dem Südharz kaputt sind.

Marcus

Registrierungsdatum: 12. November 2007

4

Donnerstag, 8. Januar 2009, 12:38

-

Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

5

Donnerstag, 8. Januar 2009, 14:48

RE: So einfach ist der ÖPNV zu benutzen!


Aber warum machen der ZGB und die Verkehrsunternehmen es den Bürgern so kompliziert?


Meine Theorie ist, dass es daran liegt, dass der Automobielhersteller VW in dieser Region der größte Arbeitsgeber und deswegen alles darauf zentriert ist. Gewissermaßen ist ja der ÖPNV ein großer Konkurrent des PKW. Vergleicht man unseren ÖPNV, auch den ländlichen, mit dem der Region Hannover, sieht man, dass es auch viel einfacher und bequemer sein kann.
So hart es klingen mag, aber ich gehe davon aus, dass wenn jemand gerne den ÖPNV benutzt, er in der Region BS einfach schlecht aufgehoben ist (in der Hinsicht)... :-(
Das lässt sich leicht sagen, ich bin schließlich noch Schüler und habe noch keinen festen Arbeitsplatz, ich weiß - und ich kann noch sagen, nach der Schule gehts in die große weite Welt*

Gruß

Niklas
________________________
* = ähm, oder nach Hannover ;-)

Registrierungsdatum: 10. Juli 2006

6

Donnerstag, 8. Januar 2009, 15:14

ein weiteres Beispiel: die IC Linie Köln- Leipzig kommt um xx:09 an. Die RB nach Goslar fährt allerdings schon um xx:08. Vorher war sie um xx:13 gerade noch so zu erreichen.
Einmal auf NAchfrage bezügl. Anschlussicherung wurde man auf Ostdeutsch angemotzt, ob das denn überhaupt Planmäßiger ANschlusszug sei, oder ob er vollgelogen worden wäre, so betreffender Zugbegleiter.
aber naja....teilw. sind die Anschlüsse schlecht, besonders weil nur wenige Minuten fehlen....

Oder mit dem IC i.d. Gegenrichtung; Ankunft aus Goslar um xx:55 abfahrt des IC´s um xx:51.
VB: best VU :!:

Registrierungsdatum: 21. September 2008

7

Donnerstag, 8. Januar 2009, 23:16

RE: RE: So einfach ist der ÖPNV zu benutzen!


Meine Theorie ist, dass es daran liegt, dass der Automobielhersteller VW in dieser Region der größte Arbeitsgeber und deswegen alles darauf zentriert ist. Gewissermaßen ist ja der ÖPNV ein großer Konkurrent des PKW. Vergleicht man unseren ÖPNV, auch den ländlichen, mit dem der Region Hannover, sieht man, dass es auch viel einfacher und bequemer sein kann.

Eine nette Geschichte nebenbei hierzu: Mein Bruder studiert dual in WF an der FH und bei VW in WOB. Somit muss er in der Zeit, in der er bei VW arbeitet, logischerweise da täglich hinpendeln.
Obwohl er als Student mit dem Semesterticket dort gratis hinfahren könnte, nimmt er (und auch die meisten seiner anderen Kollegen, somit auch als Fahrgemeinschaft) das Auto, weil er per ÖPNV erst von WF nach BS per Bus fahren muss, dann per Bahn nach WOB, und dann per Bus weiter an die richtige Stelle vom VW-Gelände (sein Arbeitsplatz ist etwa 2km vom Bf entfernt, auch wenn VW eigentlich auf der anderen Seite des Kanals liegt...). Bei Verspätungen wird, so sein Grund, die ohnehin schon lange Fahrzeit noch weit länger. Und mit der baldigen Eröffnung der A39 wird er sich sicher nicht gerade plötzlich umentscheiden...
Wenn es schon nicht möglich ist, jemanden, der umsonst fahren kann, zum Mitfahren zu bewegen, wie hoch stehen dann die Chancen dass sich die "normalen" Mitarbeiter von z.B. VW zum ÖPNV hinentscheiden, die ja für die Strecke noch eine Monatskarte kaufen müssen??
MoVeBS - für bessere Mobilität und Verkehr in Braunschweig.

Registrierungsdatum: 6. August 2008

8

Freitag, 9. Januar 2009, 13:52

Um jetzt mal speziell auf den Fall Volkswagen einzugehen: Was ich mir vorstellen kann, ist, dass für eine durchgehende Verbindung, z.B. von Wolfenbüttel, respektive Bad Harzburg nach Wolfsburg kein Bedarf besteht. Man muss bedenken, dass Volkswagen ein in Europa führender Automobilhersteller ist; das sollen die Mitarbeiter auch dementsprechend repräsentieren. Daher stellt Volkswagen für viele höherrängige Mitarbeiter Autos zu sehr günstigen Monatspreisen, wenn nicht kostenlos, zur Verfügung. Diese Leute fallen schonmal als ÖPNV-Nutzer weg. Mitarbeiter, die im Werk arbeiten, kriegen beim Autokauf sicherlich auch noch Vergünstigungen, was das Auto auch attraktiver gegenüber dem Nahverkehr macht. Das zeigt sich am Beispiel Gifhorn noch besser: die Zugverbindung mit dem RE aus Hannover nach Wolfsburg ist (von Gifhorn ausgehend) mit 13 Minuten sehr attraktiv und liegt weit unter der Zeit, die man mit dem Auto braucht. Dennoch wird diese Verbindung von wenigen VW-Mitarbeitern genutzt, da sie vom Bahnhof noch Strecken mit dem Bus zurücklegen müssten oder (wie schon beschrieben) ihre Autos zu guten Konditionen bekommen. Für die Leute, auf die letztgenanntes nicht zutrifft, gibt es einige Busverbindungen aus der Stadt, die nur von VW-Mitarbeitern genutzt werden dürfen und die viele VW-Standorte direkt anfahren. Auch diese Verbindungen sind nie völlig ausgelastet.

Für viele Firmen mag dies nicht zutreffen, aber bei Volkswagen als Automobilhersteller will man natürlich erreichen, dass seine Mitarbeiter das Produkt auch dementsprechend repräsentieren, weswegen eine hohe Nachfrage auf diesen Strecken nicht zu erwarten ist.