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Registrierungsdatum: 9. Juli 2006

1

Sonntag, 16. Juni 2013, 23:40

Vor 50 Jahren: SL 8 vorübergehend eingestellt

Am 16. Juni 1963 verkehrte das letzte Mal die Straßenbahnlinie 8 von Richmon - Wolfenbütteler Straße - Rathaus - Staatstheater - Museumsstraße - Kastanienallee - Ebertallee bis Nehrkornweg in Riddagshausen. Aufgrund der Sanierung der kastanienallee wurde die Linie 8 vorüberghend eingestellt. Dieser Status blieb lange bestehen. Erst vor einigen Jahren wurden im Prinzenpark die alten Gleise entfernt, bei der Schaffung der Lichtachsen. In Riddagshausen wurden die Gleise zum Teil erst bei der Neugestaltung des Parkplatz der ehemaligen Abfahrtshaltestelle Riddagshausen entfernt. An den Wegkreuzungen im Park, unter der Haltestelle Nußberg müssten noch die Gleise liegen.
Weitere Bilder und Berichte auch auf meiner Webseite www.winnig.info - mein Shop www.region-im-modell.de[url]

Registrierungsdatum: 30. August 2007

2

Montag, 17. Juni 2013, 13:36

RE: Vor 50 Jahren: SL 8 vorübergehend eingestellt

An den Wegkreuzungen im Park, unter der Haltestelle Nußberg müssten noch die Gleise liegen.
Und man findet noch kurze Schienenstücke an einzelnen Stellen, wo die Bäume zu dick über die Schiene gewachsen waren...:-)

Grüße,
Andreas

Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

3

Montag, 17. Juni 2013, 14:18

Die Geschichte der Einstellung... eine Zeitreise in Sitzungsprotokollen

Ich habe mich in den letzten Monaten mit der Stillegung der Straßenbahnstrecke nach Riddagshausen beschäftigt und im Stadtarchiv die Sitzungsprotokolle von Rat und Stadtwerkeausschuss durchgelesen. Das Argument, die Strecke sei aufgrund der Sanierung der Kastanienallee eingestellt worden, stimmt nicht.

Die Geschichte ist vielmehr, dass die Querumer eine umsteigefreie Verbindung in die Stadt gefordert haben. Über die Streckenführung der Linie 13 wurde viel diskutiert. Eine Variante war die Linienführung als Parallelverkehr zu Straßenbahnlinie 3, die andere die Parallelführung zu Straßenbahnlinie 8. Die Kastanienallee mit einseitiger Gleisführung lies aber keinen Zweirichtungsverkehr der Omnibusse zu. Entsprechend kamen hier bereits 1962 erste Forderungen auf, die Strecke zugunsten der Busführung einzustellen.

Des weiteren wurde 1962 ein Generalverkehrsplan erarbeitet. Er sah vor, insbesondere die Nord-Süd-Verbindung mit der Straßenbahn zu stärken. Außerdem waren Streckenverlängerungen in die bereits in Planung befindliche Weststadt und nach Lehndorf vorgesehen. Dieses Konzept wurde im Frühjahr 1963 vom Planungs- und vom Stadtwerkeausschuss gebilligt.

In der Ratssitzung am 2. April 1963 wurde dieses Konzept gekoppelt mit ersten Maßnahmen zu veränderten Linienführungen vom Rat beschlossen. Die Ratsvorlage und die Empfehlung des Stadtwerkeausschusses sahen definitiv die Einstellung der Straßenbahnstrecke nach Riddagshausen vor. Im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss unmittelbar vor der Ratssitzung wurde dieser Beschluss in die "vorübergehende Einstellung" korrigiert und anschließend so vom Rat beschlossen. Zugleich wurden nachfolgende Änderungen für das Straßenbahnnetz beschlossen:
Straßenbahnlinie 1: (wie zuvor) Hauptbahnhof - Rathaus - Rotes Kreuz - Siegfriedstraße
Straßenbahnlinie 2: neu Richmond - Rathaus - Rotes Kreuz - Stadion
Straßenbahnlinie 3: (wie zuvor) Hauptbahnhof - Rathaus - Gliesmarode - Voigtländer
Straßenbahnlinie 4: (verändert) Frankfurter Straße - Lessingplatz - Hauptbahnhof - Helmstedter Straße
Buslinie 13: (verändert) Querum - Riddagshausen - Kastanienallee - Rathaus - Cityring

Seit dem Fahrplanwechsel am 16.06.1963 besteht am Stadion Anschlussverkehr nach Veltenhof, bis zur Straßenbahnverlängerung nach Rühme 1970 auch in die Lincolnsiedlung. Für diese Linie wurden Züge gebraucht, die einen Weiterbetrieb der Linie 8 unmöglich gemacht hätten. Gleichzeitig wurde die Strecke Steinweg - Magnitorwall - Leonhardplatz nicht mehr im Liniendienst befahren, jedoch für einrückende Fahrzeuge und bei Streckensperrungen als Umleitung weiter betriebsbereit gehalten.

Bis 1969 wurde die Kastanienallee baulich nicht angefasst. Erst in diesem Jahr billigte der Stadtwerkeausschuss die Entfernung der Gleise in der Kastanienallee (bis dahin lagen sie noch komplett, wenn auch zugegossen). Die Begründung: Wenn die Strecke wieder eröffnet wird, müssen die Gleise eh neu in der Straßenmitte verlegt werden.

Ich habe die Sitzungsprotokolle bis 1970 durchgearbeitet. Bis dahin ist zumindest kein offizieller Beschluss zur Einstellung erfolgt.

Das wäre eine spannende Bürger/innenanfrage im Rat:
Wann hat der Rat der Stadt Braunschweig verbindlich die Einstellung der Straßenbahnstrecke nach Riddagshausen beschlossen?

Ich wäre sehr gespannt, wie die Antwort ausfällt und wer sie beantworten dürfte :-)
Um dieses verwaltungstechnischen Akt zu heilen, müsste der Beschluss eigentlich noch nachgeholt werden.
Oder provokativ gefragt: Steht der Rat noch zu seinem Beschluss der vorübergehenden Einstellung? Durften aufgrund dieses Beschlusses weitere Gleise einfach entfernt werden?
Stadtbahnausbaukonzept für Braunschweig
- Rudolfplatz - Lehndorf - Kanzlerfeld
- Salzdahlumer Straße - Heidberg
- Helmstedter Straße - Lindenberg - Rautheim
- Campus Bahn (Nordstadt - TU-Campus-Nord - Querum)
- Volkmarode Nord
- westliche Innenstadtstrecke

Registrierungsdatum: 18. Juli 2007

4

Montag, 17. Juni 2013, 20:59

RE: Die Geschichte der Einstellung... eine Zeitreise in Sitzungsprotokollen


Oder provokativ gefragt: Steht der Rat noch zu seinem Beschluss der vorübergehenden Einstellung? Durften aufgrund dieses Beschlusses weitere Gleise einfach entfernt werden?


Es ist durchaus möglich, daß ein entsprechender Entschluß im Verwaltungsausschuß getroffen wurde. Er darf durchaus Entscheidungen ohne Konsultierung des Rates treffen. Und da der VA stets unter Ausschluß der Öffentlichkeit tagt, wirste dort auch niemals an die Protokolle herankommen, es sei denn, du bist Ratsmitglied.
Eine ganz besondere Zahl: 5551 * 2 ^ 819987 + 1



Registrierungsdatum: 9. Juli 2006

5

Dienstag, 18. Juni 2013, 08:43

RE: RE: Die Geschichte der Einstellung... eine Zeitreise in Sitzungsprotokollen

Und da der VA stets unter Ausschluß der Öffentlichkeit tagt, wirste dort auch niemals an die Protokolle herankommen, es sei denn, du bist Ratsmitglied.


Nicht verzagen, Rosenbaum fragen! Ihr Experte für Akteneinsicht.

ME

Registrierungsdatum: 18. Juli 2007

6

Dienstag, 18. Juni 2013, 17:28

RE: RE: RE: Die Geschichte der Einstellung... eine Zeitreise in Sitzungsprotokollen

Und da der VA stets unter Ausschluß der Öffentlichkeit tagt, wirste dort auch niemals an die Protokolle herankommen, es sei denn, du bist Ratsmitglied.


Nicht verzagen, Rosenbaum fragen! Ihr Experte für Akteneinsicht.

ME


Gewiß. Das ändert jedoch nichts daran, daß diese Informationen vertraulich sind. ;)
Eine ganz besondere Zahl: 5551 * 2 ^ 819987 + 1



Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

7

Dienstag, 18. Juni 2013, 23:09

RE: RE: Die Geschichte der Einstellung... eine Zeitreise in Sitzungsprotokollen


Oder provokativ gefragt: Steht der Rat noch zu seinem Beschluss der vorübergehenden Einstellung? Durften aufgrund dieses Beschlusses weitere Gleise einfach entfernt werden?


Es ist durchaus möglich, daß ein entsprechender Entschluß im Verwaltungsausschuß getroffen wurde. Er darf durchaus Entscheidungen ohne Konsultierung des Rates treffen. Und da der VA stets unter Ausschluß der Öffentlichkeit tagt, wirste dort auch niemals an die Protokolle herankommen, es sei denn, du bist Ratsmitglied.


Hallo Ludewig,
diese Aussage ist leider nicht ganz korrekt. Viele der Protokolle durfte ich sogar mit den vertraulichen Unterlagen einsehen. Es gilt nämlich ein Sperrvermerk, der irgendwann aufgehoben wird.
Das gilt auch für die Unterlagen des Verwaltungsausschusses. Außerdem besteht die Möglichkeit auf Antrag beim Oberbürgermeister (selbstverständlich mit Begründung) um Öffnung der entsprechenden Akten zu bitten. Weil das aber ein gräßerer Aufwand ist, habe ich davon bisher Abstand genommen. Ich werde mich demnächst nochmal der Akten widmen. Wenn ich dann nichts finde, gibt es nur noch die Möglichkeit der Bürgeranfrage (womit die Verwaltung die Akten durcharbeiten muss...) oder des Antrags. Bei letzterem ist das Probelm, dass ich aber einen Zeitraum angeben müsste. Das ist mir im Augenblick nicht möglich.
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Registrierungsdatum: 18. Juli 2007

8

Mittwoch, 19. Juni 2013, 06:16

Aufgehobene Sperrvermerke öffen die Akten, klar. Das habe ich als gegeben vorausgesetzt. ;) Generell ist das alles in der Niedersächsischen Kommunalverfassung geregelt.

Du kannst auch einen Politiker deiner Wahl mit einer Akteneinsicht "beauftragen" Das ist unkompizierter und klappt immer. Auf diese Weise haben wir in Peine letztes Jahr das Projekt "neuer Bahnhof" auseinandergenommen. War hoch interessant, wie sich die Stadt von der Bahn über den Tisch ziehen lassen hat.
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Registrierungsdatum: 8. Juli 2006

9

Mittwoch, 19. Juni 2013, 17:54

@Ludewig:
Ich möchte es aber gar nicht politisch prüfen lassen. Was sollte eine Fraktion mit dem Ergebnis anfangen? Die Wiederinbetriebnahme einfordern?
Das Thema ist eines der Bürgerinnen und Bürger. Da wird vom Rat ein Beschluss gefasst, der so nicht umgesetzt wurde. Es ist eine Frage von uns Bürgerinnen und Bürger, ob wir das so akztepieren. Darauf muss politisch dann eine Antwort gegeben werden. Eine Bürger/innenanfrage finde ich deshalb den besseren Weg.

Außerdem: warum soll der Verwaltung die Arbeit abgenommen werden? Durfte die Verwaltung nach der aktuellen Beschlusslage Gleise entfernen lassen? Da soll die Verwaltung selbst den Einstellungsbeschluss in ihren Unterlagen heraussuchen...
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10

Mittwoch, 19. Juni 2013, 20:46

@Ludewig:
Ich möchte es aber gar nicht politisch prüfen lassen. Was sollte eine Fraktion mit dem Ergebnis anfangen? Die Wiederinbetriebnahme einfordern?
Das Thema ist eines der Bürgerinnen und Bürger. Da wird vom Rat ein Beschluss gefasst, der so nicht umgesetzt wurde. Es ist eine Frage von uns Bürgerinnen und Bürger, ob wir das so akztepieren. Darauf muss politisch dann eine Antwort gegeben werden. Eine Bürger/innenanfrage finde ich deshalb den besseren Weg.


Eben genau darum ist es Sache einer Fraktion, dies zu prüfen. Eine Bürgeranfrage zur Unterstützung ist auf jedem Fall hilfreich. Eine reine Bürgeranfrage liefert oft irgendwelchen Blahfasel, in der Hoffnung, der widerwarzige Pöbel gibt dann Ruhe. Selber schon oft genug erlebt.


Außerdem: warum soll der Verwaltung die Arbeit abgenommen werden? Durfte die Verwaltung nach der aktuellen Beschlusslage Gleise entfernen lassen? Da soll die Verwaltung selbst den Einstellungsbeschluss in ihren Unterlagen heraussuchen...


Weil die Verwaltung dies von sich aus nicht tut. Der Verwaltung mußte politisch in den Allerwertesten treten, schließlich sind die Ratsmitglieder der Aufsichtsrat einer Kommune, deren Aufgabe es unter anderem ist, regulierend in die Verwaltung einzugreifen.

Am Ende sollte ein Prüfauftrag herauskommen, den ein Ratsmitglied allerdings auch ohne großes Rumgeeiere stellen kann.
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